XXXLutz, die Verschwiegenheit und die Altlasten

Für die geplante Ansiedlung des Möbelriesen XXXLutz in Stralsund wird jetzt ein Alternativstandort geprüft. Die Verwaltung verweigerte den Mitgliedern der Bürgerschaft die genaue Lage. Wenige Tage später offenbarte die Ostseezeitung den konkreten Standort. Dieser Vorgang offenbart erneut, dass die OB Badrow und die Verwaltung es mit der Transparenz gegenüber den Bürgerschaftsmitgliedern nicht wirklich ernst meinen. Die Geschichte ist noch in anderer Hinsicht sehr irritierend, doch dazu etwas später.

Die von der OZ genannte Fläche liegt zwischen der Feldstraße/Paschenbergbrücke und dem Rügenzubringer (B 96) und ist derzeit vor allem durch Grünflächen, Sträucher und Bäume geprägt. Auf dem Gelände, welches sich bis zur Bahnlinie erstreckt, befindet sich auch noch einer der drei historischen Lokschuppen, an denen man per Zug vorbei fährt, kurz bevor man aus Süden kommend den Stralsunder Hauptbahnhof erreicht. Für ein Unternehmen wie XXXLutz ist der Vorteil dieser Fläche sicher, dass sie verkehrstechnisch gut zu erschließen und vermutlich altlastenfrei ist

Das Thema „Altlasten“ ist von Bedeutung, weil der Möbelriese ursprünglich eine andere Fläche favorisiert hat, nämlich das Areal am Werftkreisel hinter „Burger King“ „Total“-Tankstelle und „McDonalds“. Hier arbeite die Verwaltung gerade an einem Bebauungsplan, um die Ansiedlung von XXXLutz in Stralsund zu ermöglichen. Siehe dazu auch

https://webris.stralsund.de/buergerinfo/vo0050.asp?__kvonr=7335

Auf Anfrage unserer Fraktion in der letzten Bürgerschaftssitzung berichtete die Stadtverwaltung darüber, dass diese Fläche jedoch mit Altlasten kontaminiert sei. Die Sanierung würde „einen niedrigen sechsstelligen Betrag“ kosten (was auch immer dies genau heißen mag). Anders die Angaben in der Ostsee-Zeitung. Hier ist von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede.

Pikant wird das Alles, weil in der Verwaltung offensichtlich überlegt wird, bei einer Entscheidung für den Alternativstandort an der Feldstraße die Grundstücke zu tauschen. Die Hansestadt Stralsund hätte dann eine Altlastenverdachtsfläche, die sie spätestens im Fall einer späteren Bebauung sanieren müsste. Und da ist es schon ein großer Unterschied, ob wir hier von ein paar Hundertausend Euro reden oder eben über einen Millionenbetrag im zweistelligen Bereich.

Derartige Vorgänge stärken nicht das Vertrauen in das Handeln der Verwaltungsspitze Nachdem uns in der Bürgerschaft nicht alle Fakten genannt wurde, gehen wir jetzt den nächsten Schritt. Die Grüne Fraktion wird Akteneinsicht nehmen.