Stralsund braucht mehr Investitionen in das Radwegenetz.

An der Wirklichkeit vorbei geradelt

Für zwei große Aktionen rund um das Radfahren fällt am 25. August öffentlichkeitswirksam in der Hansestadt der Startschuss. Neben der Deutschlandtour wird die Stadtradeln-Aktion beginnen, die mittlerweile auch in Stralsund zur festen Größe gehört. „Wir freuen uns sehr über diese beiden Radfahrereignisse“, sagt Anett Kindler, die für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/Die Partei in der Stralsunder Bürgerschaft sitzt, „doch noch weit mehr würden wir uns freuen, wenn die Stadt deutlich intensiver etwas für den Radverkehr tun würde. Radfahrer*innen in Stralsund wissen, dass es nicht immer ein Vergnügen ist, durch die Hansestadt zu fahren.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander

Wir können uns nicht auf der einen Seite als Fahrradhochburg feiern, weil die prestigeträchtige Deutschland-Tour hier startet, auf der anderen Seite wird die Verbesserung der Radwegesituation aber tatsächlich wie ein Stiefkind behandelt. Das passt für uns nicht zusammen“, kritisiert Anett Kindler die Zurückhaltung des Oberbürgermeisters und der konservativen Fraktionen.

Noch jede Menge Luft nach oben

Die unbefriedigende Situation für viele Radfahrer*innen in Stralsund spiegelt auch der ADFC-Fahrradklimatest 2020 wider, bei dem Stralsund unter den 110 Städten zwischen 50 000 und 100 000 Einwohner*innen auf einem schlechten 79. Rang landete. „Die Umfrage hat gezeigt, dass viele Radfahrer*innen unzufrieden sind mit der derzeitigen Situation“, sagt Anett Kindler, „in Zeiten des Klimawandels und des effektiven Klimaschutzes sollte es keine Diskussion mehr darüber geben, mehr in das Radwegenetz zu investieren und das Rad somit als Fortbewegungsmittel attraktiver zu machen“, erklärt Anett Kindler weiter. Unter anderem gehe es darum, deutlich mehr Mittel in den Haushalt für eine nachhaltige Verbesserung und die Sanierung und den Ausbau von Radwegen im Stralsunder Stadtgebiet einzustellen.